Ein Segeljahr geht zu Ende und wir beenden dies traditionell mit dem
Grünkohlessen.
Wir hatten in diesem Jahr aber nun auch alle Wetter durchzustehen.
Von brüllend heiß über Regen und kalt und zum Schluß hatten wir auch
einige Stürme zu überstehen. Der letzte ist noch gar nicht lange her
und die Aufräumarbeiten in der Ostsee sind noch zu Gange.
So unterschiedlich, wie das Wetter sind auch die verschiedenen Reiseberichte ausgefallen:
Da ist zunächst eine Reise von:
Enkhuizen- Ijmuiden- Oostende- Dover- Ramsgate- Ipswitch- River Orwell-
Lowestoft- Ijmuiden- Lelystad- Enkhuizen
26 Reisetage und 505 nm davon 16 Hafen- und 10 Segeltage
4 Tage Verzögerung beim Start weil am 5. Juli Sturmtief Poly mit
60 kn Vorfahrt hat.
Geplant war die Englische Ostküste; aber wie sich schnell heraus-
stellte eine „blöde“ Idee mit 2,25 m Tiefgang. Fast alle Häfen
sind versandet und es wird aus finanziellen Gründen auch nicht
gebaggert.
Die größeren Häfen der Ostküste erleiden den Niedergang der
Infrastrukturschwäche, der Corona-Nachwehen und des Brexit:
alles ist alt und kaputt und vieles sogar im Hochsommer
geschlossen. Die Gegend ist deprimierend.
Die Themse-Mündung bekommt als Ankerziel vielleicht noch eine
Chance, aber nur bei schönem Wetter.
Windbedingt konnte das Lieblingsziel, die südenglische Küste,
nicht erreicht werden.
Nach Tagen des Wartens in Dover geht es in den Norden an die
englische Ostküste.
Die folgenden Wochen bleiben starkwindig und so ergeben sich
auch die 16 Hafentage.
Auf dem Weg von Lowestoft lief die gesamte Distanz der Strom
mit und so wurde Ijmuiden in nur 14 Stunden erreicht.
Fazit der Reise: Bei so viel Wind und entsprechend vielen
Hafentagen macht es keinen Spaß mit einem Klapprad gegen anzukämpfen
– jetzt werden E.Bikes angeschafft.
Vielen Dank für den netten Törnbericht von Uta& Frank Grone
mit der „Spirit of Diana“ eine Hanse 455
Auch der nächste Bericht handelt von Sturmtief Poly.
Es sind 19 Reisetage davon 10 Segel- und 9 Hafentage
Die Reise : Makkum – Texel – Terschelling – Ameland – Schiermonnikoog –
Groningen – Leeuwarden – Harlingen – Makkum
Das wohl interessanteste war die Überfahrt von Ameland nach
Schiermonnikoog über die Wattenhochs.
Die Strecke zieht sich, da wir erst 2 Stunden vor HW starten können
um das erste Hoch zu passieren, segeln wir mit gutem Wind (im Schnitt
ca. 6 Knoten Fahrt).
Entscheiden uns dann am Abend es noch mit Schiermonnikoog zu probieren,
da der Sturm mit Orkanböen für den nächsten Tag angesagt war.
Ausgerechnetes Zeitfenster zum Einlaufen für uns: Bis ca. 1,5 Stunden
nach Hochwasser. Die Zeit rennt uns weg.
Theoretisch bis 22.05 Uhr ist die Einfahrt möglich, kratzen wir
um 22.00 Uhr über den Boden und sind… im sicheren Hafen.
Dort liegen wir im Päckchen und Sturmtief „Poly“ zieht über uns
hinweg.
Mit der Flut kommen erste Wellen auch über die Hafenkante;
was mag noch kommen?
Doch dann dreht der Wind auf West und alles wird gut.
Das schrieben uns Andrea und Volker Seitz, die mit ihrer
„Time Out“ einer Albin Vega unterwegs waren.
Der nächste Skipper hat gleich 3 Törns eingereicht:
Der 1. Törn waren 35 Reisetage bei 160 nm
8 Segel- und 27 Hafentage
Man nennt es einen gemütlichen Erholungsurlaub auf den niederländischen Watteninseln. Bedingt durch ein lediertes Knie der „Bootsfrau“.
Es ging von Makkum – Vlieland – Texel – Terschelling – Ameland – Vlieland – Makkum
Da sind dann doch noch ein paar Segeltage zustande gekommen.
Der nächste Törn startet wieder in
Makkum – Enkhuizen – Hoorn – Edam – Urk – Medemblik – Makkum
Das sind bei 7 Segeltagen rund 106 nm
Das waren die Abenteuer von Anita, Lisa und Thomas Mai mit ihrer
„Lanita“ einer Rival 38 C
Ja aber dieses Mal gibt es einen Chartertörn auf Sardinien.
Und es sind noch 4 weitere Mitreisende bei Thomas und Anita an Bord.
Die 7 Segeltage führen von:
Cagliari – Marina di Capitana – Villasmius – Porto Corallo – Villasmius – Cagliari
Anmerkungen zum Wetter: die ersten drei Tage sehr warm mit 34 Grad und wenig Wind aus der falschen Richtung,
danach angenehme Temperaturen und perfekter Segelwind
Gesegelt wurde auf einer Dufour 360
Der Skipper meint:
Die Charterfirma kann man weiterempfehlen. Das Boot war 4 Jahre alt,
gepflegt und gut ausgerüstet.
Die Dufour 360 ist deutlich kleiner als angegeben und war für
6 Crewmitglieder einfach zu klein. Auf diesem Schiff kann man
nirgendwo vernünftig sitzen.
Alle Bänke innen und außen zu kurz. Der Cockpitsüll ist viel zu niedrig.
Fazit äußerst unbequem aber mit guten Segeleigenschaften.
Da die Niederlande nicht allzu groß ist, trifft man sich mal immer wieder.
Und so kommt es, dass Reiseberichte auch schon mal aus unterschiedlicher
Sicht zustande kommen; so wie der folgende:
Geplant war Südholland, aber ungünstige Winde und die teilweise Sperrung
der Stande Mastroute machten den Plan zu Nichte.
Der neue Plan - die Inselwelt im Watt.
Wir fuhren gemeinsam in Makkum los um aussen nach Ameland zu segeln.
Erstes Ziel war Harlingen um dann am nächsten Tag mit der Tide über
Terschheling nach Ameland zu segeln.
Bedingt durch die Windvorhersagen Starkwind in Böen bis 8 entschlossen
wir uns Binnen nach Lauwersoog zu fahren.
Nächster Stopp Leeuwarden. Hier hatten wir einen guten Liegeplatz im
Park zum Glück zwischen 2 Bäumen. Der Wettergott meinte es nicht gut
mit uns .
Wir lagen hier durch Starkwind 2 Tage fest. Auch die Brücken blieben
geschlossen.
Endlich ging es weiter nach Lauersoog. Am späten Nachmittag bekamen
wir im Außenhafen noch Plätze.
Mit der Tide ging es in der Nacht bei erstmals gutem Wetter
Richtung Ameland.
Wir erreichten Ameland mit beginn der 2 Tide und hatten Glück und
freie Stege.
Auf Ameland stießen noch die Lanita und die Helli zu uns.
Wie der Teufel es wollte das Wetter spielte wieder mal verrückt .
Wir saßen mal wieder einige Tage durch Starkwind fest. Die Zeit
wurde mit Ausflügen mit den Rädern genutzt um Ameland kennen
zulernen .
Endlich zeigte Sich ein Wetterfenster auf um nach Vlieland zu segeln .
Gemeinsam ging es los . Auf Vlieland hatten wir alle Glück und einen
Liegeplatz.
Hier lag schon die Miss Elli. so dass mittlerweile 5 AGFS Schiffe
zusammen waren. Und wieder Spielte das Wetter verrückt Starkwind
bis 45 kn . Beim nächsten Wetterfenster segelte die Lanita nach
Texel, Helli nach Makkum und die Miss Elli wollte nach Amsterdam.
Beide trafen sich aber erstmal auf Texel.
Wir, die Padua und Mojo segelten 2 Tage später nach Makkum.
Eine Insel ……
Irgendwann im August wuchs in uns das unbändige Verlangen, ferne
Länder und unbekannte Küsten zu bereisen. Nach einem Gespräch mit
den Fam. Hackert und Detscher wurde uns Vlieland als das gelobte
Land angepriesen, hier sollte es große Biere zu kleinen Preisen
und Sonnenschein im Überfluss geben, also nix wie hin.
Die Vorfreude stieg von Tag zu Tag.
Blöderweise hielt sich die Tide nicht an unsere Schlafgewohnheiten
weshalb wir am gegen 21:00 Uhr die letzte Schleuse vor New York
(O-Ton Udo Hackert) passierten und die Schiffe dahinter festmachten.
Am Morgen gegen 3:30 ablegen mit Kurs Haarlingen.
Der kräftige Wind blies mit 0,5-1 Kn.
So dass hier die vielfach bewährten Dieselmotoren zum Einsatz kamen.
Da die alten Salzbuckel Udo und Jürgen im Vorfeld komplizierte
Berechnungen angestellt hatten, konnten wir ab Haarlingen mit
ablaufendem Wasser Kurs auf Vlieland nehmen.
Was hatten wir nicht alles von Vlieland gehört, die Hafeneinfahrt
ist schmal wie ein Garagentor und es setzt immer ein mörderischer
Strom querab, die Spannung stieg stetig.
Bei schönem Wetter trafen wir ein, visierten die Hafeneinfahrt an
und konnten Dank 8 Tonnen Dienstgewicht den minimalen Strom prima
ignorieren.
Entgegen der Vermutung war der Hafen voll wie der Schuhschrank
meiner Frau, so dass wir erst mal bei einem freundlichen Holländer
längsseits festmachten, bis wir einen freien Platz neben der Padua
ergattern konnten.
Da wir Sechs in etwa dieselben Interessen haben, wahlweise Heineken
oder Hertog Jan, fiel die Freizeitgestaltung am ersten Abend nicht
schwer, zumal wir die Aktion stilvoll mit Grillwurst abrunden konnten.
Für den nächsten Morgen war eine Sporteinheit in Form von Fahrrad
fahren angesetzt.
Durch emsiges Studium der einschlägigen Inselführer wussten wir,
dass die höchste Erhebung der Insel die Barhocker im Posthuis sind.
So konnten wir völlig stressfrei starten.
Im Posthuis angekommen konnten wir uns bei Bitterballen und
Kaltgetränken vom Lebensstil der Eingeborenen überzeugen.
Aus Sicht eines Ökotrophologen war der Trip in jeder Hinsicht
eine Katastrophe, aber wer schafft braucht Kraft.
Während die Jungs an Bord ihrer Schiffe bastelten, gingen die
Mädels alleine zum Strand.
Nach kurzer Zeit erreichte mich ein Notruf über Handy :
Haben wir noch Schnaps auf dem Schiff ? Was für eine Frage,
hat der Papst eine Bibel ?
Es stellte sich schnell heraus, dass das Destillat zu medizinischen
Zwecken gebraucht wurde, da Moni einen Konflikt zwischen Ihrem
großen Zeh und einer Scherbe hatte.
Nach kurzer Zeit erschien Udo mit seiner Blechhandtasche der
Firma Heineken, 5 L, natürlich wohltemperiert und es wurde erneut
ein lustiger Abend.
Am nächsten Morgen, ausnahmsweise nach erholsamen Schlaf und
einem ausgiebigen Frühstück warfen wir die Leinen los und machten
uns auf den Rückweg.
In einem Anflug von Hoffnung rollten wir die Genua aus, um sie
nach 10 Minuten wieder einzurollen.
So teuer ist Diesel auch wieder nicht.
Obwohl gefühlt 1000 Schiffe Richtung Schleuse Kornwerderzand fuhren,
klappte das Schleusen ohne Zeitverlust und wir erreichten zügig
unseren Heimathafen Makkum.
Zwei Erkenntnisse haben wir von diesem Kurztrip mitgenommen:
1.) Vlieland ist superschön und einfach zu erreichen.
2.) Eigentlich ist das Ziel egal, du musst nur mit den richtigen
Leuten reisen.
Wir haben trotz der kurzen Zeit eine Menge gelernt und freuen uns
auf neue Abenteuer in der nächsten Saison mit jedem, der mit
uns reisen möchte.
Schönes Wetter hatten auch Ute und Peter Roth auf ihrer Reise
mit der„Ruby Tuesday“ einer Dufour 39 CC
Das Reisegebiet war:
Algarve – Madeira – Azoren – Englischer Kanal – Urk
Nachdem wir im letzten Jahr in der Algarve angekommen sind und
nicht weiter zu den Kanaren oder in die Karibik segeln wollen,
müssen wir in diesem Jahr entscheiden, wie wir zurück nach
Holland segeln.
Wieder an der nicht so sympathischen portugiesischen Küste
entlang, die Biskaya überqueren oder aussegeln und das alles
immer mit der Gefahr eines Orcaangriffs.
Oder über Porto Santo, Madeira und Azoren zurück in den
Englischen Kanal – eigentlich der schönere Abschluss unseres
Ausflugs nach Süden.
Wir haben beide keine Lust auf Hafenhopping und Orcas, würden
aber doch gerne mal wieder längere Schläge segeln, die wir
im letzten Jahr nicht hatten.
Also bereiten wir uns auf die Rückkehr über Madeira und die
Azoren vor.
Nachdem wir die Algarve und damit auch das Orcagebiet verlassen
haben, genießen wir den 475sm-Törn nach Porto Santo, der kleinen
vorgelagerten Insel von Madeira.
Porto Santo gefällt uns sehr, auch Madeira genießen wir in
vollen Zügen - ein Wanderparadies und landschaftlich wunderschön.
Auch die 476sm zur südlichen Azoreninsel Santa Maria sind entspannt.
Das Segeln zwischen den Azoreninseln ist nicht immer einfach, die
Häfen sind oft voll und ankern geht nur an wenigen Stellen.
Trotzdem faszinieren uns die Azoren - jede Insel ist anders,
das Klima ist wie für uns gemacht, die Menschen sind unglaublich
freundlich und hilfsbereit.
Wir wären gerne länger dort geblieben, aber ein passendes
Wetterfenster für die 1.280sm Richtung Englischen Kanal zu finden,
ist nicht einfach, zumal eine Wettervorhersage für 10 Tage nicht
möglich ist.
Wir möchten Anfang August zurück am Ijsselmeer sein und starten
mit einem nicht ganz optimalem Wetterfenster am 14.07.2023
nach Nordosten.
Konstanter Wind aus SW wäre schön gewesen, wir haben meistens
Wind aus NW oder N, mal weniger, aber auch ein paar Tage mal mehr.
Auch aus W und SW bläst es drei Tage mal mehr und mal weniger.
Eigentlich ist es eine angenehme Überfahrt, von den Tagen mit
Starkwind, egal ob von vorne oder von hinten mal abgesehen.
Dennoch haben wir festgestellt, dass wir uns auf solch langen
Seestrecken, auf denen wir mit jedem Wetter rechnen müssen und
jedem Wetter ausgeliefert sind, nicht wohlfühlen.
Die Wellen sind teilweise so hoch - egal ob von hinten,
von der Seite oder von vorne, dass es für uns unvorstellbar ist,
wie wir bei einem Notfall in unsere Rettungsinsel einsteigen können.
In der Theorie haben wir uns natürlich alle Szenarien ausgemalt -
in der Praxis sieht es dann doch schon etwas anders aus.
Um eine Erfahrung reicher kommen wir nach 10 Tagen auf den
Isles of Scillys an - fast schon unser Heimatrevier.
Aber auch hier spielt das Wetter verrückt - ein Tief jagt das Nächste
und wir segeln zwischen den Tiefs mit viel Wind und Welle, diesmal
aber aus der richtigen Richtung, mit einem kurzen Stopp in Dünkirchen
zurück in's Ijsselmeer.
Damit schließt sich der Kreis unserer kleinen Ostatlantikrunde und
unsere Wünsche,von Ost nach West und vielleicht ein bisschen nach
Süd zu segeln, sind nach 11 Jahren Langzeitsegeln in Erfüllung gegangen.
Ein paar Zahlen zum Schluss:
Unterwegs waren wir vom 11.04.2023 bis 04.08.2023 und haben 3.160 sm
im Kielwasser. Von den 124 Tagen, die wir auf Porto Santo, Madeira,
den Azoren und zurück nach Holland unterwegs waren, sind wir an 49 Tagen
gesegelt,
an 75 Tagen lagen wir vor Anker oder im Hafen. Nachtfahrten hatten wir
in diesem Jahr 20. Im Ijsselmeer sind wir noch an 15 Tagen 263 sm
ziemlich entspannt gesegelt.
Die nächste Reise geht von
Warns – Medemblik – Oudeschild/Texel – Sneekermeer – Warns
Dieser Sommertörn sorgte für Planungswirren, da sämtliche Ziele,
die wir uns gewünscht hätten, nicht zur aktuellen Windrichtung
bei unserem Urlaubsbeginn passten.
Bereits am ersten Abend stank es furchtbar an Bord, was wir da
noch mit der Entsorgungsstation für Faulwasser in Verbindung brachten.
Mit einem kleinen Denkanstoß durch Herrn Google wurden wir dann fündig:
zwei kochende Batterien waren die Ursache!
Immerhin dauerte es nur zwei Tage, bis wir Ersatzbatterien besorgt
hatten….
Danach ging es dann endlich weiter zum Lieblingsziel der Kinder: Texel.
Dort verbrachten wir ein paar erlebnisreiche Tage mit den typischen
Touristen-Aktivitäten: viel Radfahren, schwimmen am Strand, Ecomare
und so weiter.
Dann mussten wir der Insel jedoch auf Wiedersehen sagen, denn
unsere älteste Tochter Henriette, hatte am folgenden Tag einen
Termin in Sneek, wo sie die ganze Woche an einem Segelcamp
teilnehmen wollte.
Der Plan war, dass wir ein paar Tagestouren unternehmen und den Sommer
genießen wollten, während die Große segelt.
Nur leider machte uns hier das Wetter einen dicken Strich durch die
Rechnung.
Während Henriette die Woche „absolut geil“ fand, war für den Rest der
Crew der Aufenthalt im Sneekermeer eher mittelmäßig. Ein Highlight
hielt die Woche aber doch noch für uns parat: wir bekamen Besuch von
einer Freundin, die nirgendwo ohne ihr Instrument hinfährt.
Und so brachte sie auch zum Sneekermeer ihr Horn mit. Da an diesem
Tag tatsächlich das Wetter ein wenig mitspielte, konnten wir immerhin
eine kleine Runde – nach Sneek, Heek und wieder zurück zum Sneekermeer
segeln. Meine Freundin spielte Seemanslieder auf.
So wurde unsere Kuddel’s P für diesen einen Tag zum Musikdampfer
und wir haben jede Menge Applaus von entgegen-kommenden Schiffen
bekommen.
Bei dieser Truppe handelt es sich um die Fam. Pfeiffer und ihre
„Kuddel´sP“ eine Phantom 30
19 Reisetage davon 6 Segel- und 13 Hafentage mit 100 nm
Die nächste Reise ist wieder etwas Besonderes – ein Sommertörn!
Eine Reise vom 07.Mai – 18.September 2023.
Die Reise startet in Hooksiel, meinem Heimathafen und ging dann
über Helgoland, NOK in die Ostsee.
Von dort in die Schlei zu einigen dänischen Inseln, Aerö, Lolland
nach Gedser. Weiter über Rostock, Hiddensee, Rügen, Bornholm nach
Simrishamn, unserem ersten Hafen in Schweden.
Es folgten Utklippan, Kalmarsund und die schedische Ostküste
bis nach Stockholm, wo wir dann zu Mittsommer pünktlich ankamen.
Monika Handtke flog nach Stockholm um ihren Mann nach sieben
Wochen Seereise abzuholen. Wir haben ein paar schöne Tage zusammen
verbracht, bei hochsommerlichen Temperaturen.
Abreise Monika und Armin Handtke am 26. Juni und Anreise von
Nora und Georg Sonntag.
Am 28. Juni ging unsere Reise über Sandhamn nach Mem, den
Eingang zum Götakanal. Für den Götakanal haben wir uns
ausreichend Zeit gelassen und erreichten Göteborg nach 64
Schleusen am 31. Juli.
Von dort ging es zu der letzten schwedischen Insel Vrängö und
anschließend setzen wir nach Saeby Havn in Dänemark über.
In Hals mussten wir einen heftigen Sturm abwettern.
Am 11. August Weiterfahrt über Samsö, kleiner Belt bis
nach Kappeln.
Abreise Nora und Georg am 20. August.
Vom 20. August bis zum 5. September habe ich in der Schlei
einhand gesegelt und oft geankert, es war ein schönes, warmes
Spätsommerwetter.
Da mein Spannmann sich verspätet, fahre ich alleine weiter
über Kiel, Rendsburg, Brunsbüttel nach Gückstadt.
Dort kommt auch endlich mein letzter Mitsegler Rüdiger an Bord.
Wir fahren in die Schwinge nach Stade und von dort zurück
nach Glückstadt, Cuxhaven und in den Heimathafen Hooksiel.
Gesamte Distanz: 1811 sm
Häfen: mehr als 70…
Hafentage: viele…
Resümee: Eine traumhaft schöne Reise durch die naturbelassene
Inselwelt Schwedens und dem 200 Jahre alten Göta- und
Trollhättenkanal quer durchs schwedische Land mit einer sehr
ausgeglichenen Crew.
Das Schiff: Fenua-Ura, 7KR Nordseekreuzer, LÜA 11,60m
Der nächste Reisebericht ist eigentlich keiner.
Er handelt von der Überführung der Namaka, dem neuesten Schiff
in der AGFS.
Nach Kauf im Januar 2023 und intensiver Aufbereitung wurde das
Schiff am 21.April 2023 im Jachthafen Bruinisse eingekrant.
Aber dort in Zeeland sollte und wollte sie nicht bleiben.
Das erklärte Ziel war der Norden! Na wohin denn sonst?
Klar Schiff und Ablegen am Mittwoch den 17. Mai ggn 16.00h.
Raus aus dem Grevelinger Meer durch die Schleuse und Drehbrücke mit
direktem Kurs auf die Volkeraaksluis.
Ca. 21.00h, die Abenddämmerung kam rasch über uns, die Moerdijkbrücke
(A16) bereits im Blick...., dann aber Kurs nach Stb und rein in die
kleine Marina Noordschans. Nach rd. 5 1/2 Std aufregender Fahrt
endlich das erste Anlegebier.
Tag 2: 7.20h Ablegen aus Marina Noordschans, Kurs Ost Richtung
Moerdijk, dann Kurs Nord.
In dem kleinen Vorort Beinsdorp haben wir eine Miniklappbrücke nicht
mehr rechtzeitig passieren können - naja irgendwann dürfen die
Brückenwärter auch mal Heim. Daher also auch für uns Feierabend der
Etappe 2, um 20.30h nach 13 Std wunderschöner Kanalfahrt.
Ganz besonders praktisch, gleich gegenüber eine Tankstelle, die
natürlich aufgrund von "Tankleer" mit dem 10 Ltr Kanisterchen
auch gleich zu Fuß besucht wurde.
Zu empfehlen ist das Heftchen "Staande Mastroute", hier sind alle
Schleusen- und Brückenzeiten vermerkt. Es gibt einige Brücken,
die nur 2 vielleicht 3 mal am Tag öffnen. Wer die Zeiten verpasst,
hat Zwangspause.
Etappe 3, Tag 3: 19.Mai, 7.30h. Klappbrücke Beinsforp öffnet
jede 1/4 Stunde.
Komm, ein Kaffee geht noch. 7.45h leinen Los ablegen......, und
nochmal nach den Brückenzeiten geschaut. Mist!!!! -
eine Stunde Zwangspause!
Also dann.... um 8.45h geht's los, direkt nach Haarlem.
Dann weiter Kurs auf Amsterdam und durch die Schleuse ins
Maarkermeer bis nach Volendam.
Allerdings ist dann doch so viel Zeit verstrichen, dass wir
es definitiv nicht mehr schaffen konnten, rechtzeitig die
Autobahnbrücke der A9 zu erreichen - diese öffnet nur 3x am Tag.
Dann geht es weiter, die Fahrt durch Amsterdam, sehr beeindruckend.
Weiter führt uns die Fahrt durch die Schleuse hinein ins Maarkermeer.
Es beginnt dann wieder der etwas entspanntere Teil unserer Fahrt
mit Kurs Nord.
Gunthi wartet zwar in der Marina Enkhuizen, aber keine Chance diese
noch im Hellen zu erreichen!
Wir entschließen uns die Marina Volendam anzulaufen. Einige Minuten
nach 22.00h, fast dunkel, und wir legen an!
Tag 4: 20.Mai, 8.30h Ablegen und Verlassen der Marina Volendam.
Nach 2 1/2 Std ab in die Schleuse und durch ins Ijsselmeer, noch
ein Stückchen und rein ins Fahrwasser zur Marina Enkhuizen wo
Gunthi schon wartet, Zeit ca. 12.00h. Jetzt wollen wir "nur noch"
auf unsere Tochter Vivien warten, die von Bremen mit dem Auto hier
anreist und den letzten Schlag mitmachen will.
Wir laufen etwa ggn 14.00h aus, Kurs Nord auf Makkum.
Wir wollen segeln....., wenn doch nur der Nordwind nicht wär.
Also kreuzen.... Zwischenzeitlich frischt der Wind auf, in
Böen 5 vielleicht sogar 6..., phew und das mit der Nāmaka,
einem Bootstypen dessen Verhalten niemand von uns zuvor kannte...
Die letzten 6 Meilen dann unter Motor weiter - keine Lust mehr;
gegen Welle und Wind.
6 Std später dann Einlaufen in die Marina Makkum um 20.15h.
Wir danken Euch, für die tolle Begrüßung.
Die Crew unter Skipper Lutz Spiller sind seine Frau Birgitt,
sowie Moni und Udo Hackert
Die „Namaka“ ist eine Hunter 310
Nicht der Segler bestimmt die Reiseroute, sondern das Wetter.
Und wer sich nicht daran hält, hat es schwer.
Die Reise sollte von Middelburg nach Dänemark an den Limpfjord gehen.
Jetzt hört was daraus geworden ist – und – es war trotzdem schön.
Auf dem Weg nach Dänemark
Wir sind zwar nicht da angekommen, wo wir hinwollten, aber schließlich
ist der Weg das Ziel. Ein Weg mit vielen tollen Erlebnissen und
Begegnungen.
Am zweiten Tag direkt frühes Aufstehen in der Roompotmarina, wegen der
Tide und
einem langen Tag. Hat sich gelohnt, die Stimmung auf dem Wasser im
Morgengrauen.
Ohne Wind lief es dank Motor relativ schnell, sodass wir statt nach
Scheveningen bis Ijmuiden kamen. An Rotterdam vorbei, wo jeder Frachter
fuhr, wie er wollte.
Am nächsten Tag schon Oudeschield, allerdings unser erster Regentag.
Ab da haben wir uns wegen des Ostwindes die nächsten drei Wochen mit
Warten, Tiden-, Wind- und Streckenberechnungen verbracht.
Zum Zeitvertreib zwischen Texel, Terschelling, Vlieland und Harlingen
hin- und hergekreuzt.
Auf Terschelling das „Original“ Wilfried Erdmann getroffen, obwohl
er leider gerade vor ein paar Tagen gestorben war. Hatte ein kleineres
Boot und sprach niederländisch. Aber sonst, die gleiche Erscheinung.
Weitere Leute kennengelernt, auch aus Middelburg, ebenfalls auf dem
Weg nach Dänemark und auch vom Ostwind ausgebremst.
Gemeinsam durch die Kanäle bis Lunegat gefahren, weil wir dachten,
dann sind wir schon mal ein paar Meilen weiter in Richtung Ziel.
Wir sind fünf Tage vor ihnen umgekehrt, weil wir ein neues Ziel hatten,
das AGFS Pfingsttreffen.
Zurück über Harlingen, Texel, Cornwerderzand nach Stavoren, dort als
Erste um 3 Uhr eingelaufen. Die nächsten zwei Tage sind bekannt.
Über Hindelopen, Enkhuizen, Marken nach Ijmuiden.
In IJmuiden war dann starker Wind, vor allem war die Wettervorhersage
für Roompot an den Abenden immer 6 Beaufort und meistens kommt es
dann dicker.
Hinzu kam, dass Scheveningen eine Woche gesperrt war und wir damit
keinen Nothafen hatten.
Also über die Staande Mastroute in zwei Tagen nach Willemstad, Gute
Entscheidung, schöne Route.
Die letzten zwei Tage von Willemstad bis Middelburg, außer den
Schleusen und den Anlegemanövern, komplett gesegelt.
In Middelburg war dann zum Abschluss ein Hafenfest mit historischen
Schiffen, u.a. ungefähr zehn Dampf- und Dieselschleppern.
Nächstes Jahr fahren wir in Vlissingen ohne Ziel aus dem Kanal und
schauen woher der Wind weht. Hafenführer und Kartenmaterial haben wir
für Belgien, Frankreich, England, Holland und Dänemark an Bord.
Unser Tipp: Fahrt dahin, wohin der Wind Euch treibt.
Lasst Euch im Wattenmeer nicht von vorgeschlagenen Abfahrtszeiten
verrücktmachen. Der beste Tipp war: Starten „na de koffie“.
Staande Mastroute vom Nordzeekanal nach Süden, nehmt Euch einige
Tage Zeit.
Restaurant, wo wir unseren Abschlussabend hatten:
'Den Baas en zijn Madam'
in Wolphaartsdijk. Man muss aus Holland nicht nach Belgien fahren,
um lecker essen zu gehen.
Diese Reise verdanken wir Ulli Haase mit seiner Frau Heike auf der
„Joy“ einer Sadler 35 Starlight
Gezählte 24 Schleusen gefühlte 50 Brücken und rund 519 nm