Fahrtenwettbewerb 2004

Vielen Dank an alle für 22 eingegangene Anmeldungen, fünf davon fallen in den Bereich der Langfahrten, weil sie über den gesteckten Rahmen von 6 Wochen hinaus gehen, somit blieben 17 Anmeldungen zur Bewertung übrig.

Insgesamt wurden 14.794 Seemeilen zurückgelegt, das sind ziemlich genau 68 % des Erdumfangs, der exakt 21.639,63 Seemeilen lang ist. Wenn man bedenkt, dass ca. 30 % des Äquators nur unter Mühen auf dem eigenen Kiel über Land zu passieren wären, haben wir damit die segelbare Strecke zu mindestens rein theoretisch befahren.

Noch etwas mehr zum Thema Statistik:
In den letzten 10 Jahren haben die Segler der AGFS zusammen 209.680 Seemeilen zurückgelegt und damit 9,7 mal den Erdball umrundet.
Es ist offensichtlich immer noch genügend Appetit vorhanden „Meilen zu fressen“, es ist aber auch festzustellen, dass die Anzahl der Hafentage zugenommen hat und man es zunehmend etwas ruhiger angehen lässt, so sollte es im Urlaub ja auch sein.

Diese Jahr haben sich von den 21 Crews
1 Skipper für die ostdeutschen Binnengewässer,
3 Crews für den Westen sprich England und Frankreich,
1 Langzeitcrew für die Karibik,
5 Skipper für die niederländischen Gewässer entschieden und der Rest von
11 Skippern mit Crews haben sich auf der Nord- und Ostsee getummelt.
Das heißt 60% unserer Mitsegler hat es in diesem Jahr in den Osten gezogen.

Außer in Deutschland wurde in folgenden Ländern gesegelt:
Belgien, Dänemark, England, Finnland, Frankreich, Karibik, Niederlande, Norwegen, Polen und Schweden.

Die Bewertungskriterien sind hoffentlich allen Teilnehmern nach jahrelanger liebevoller Aufklärung durch Hans Trenck bestens bekannt. Wie jedes Jahr haben wir für die aus unserer Sicht bemerkenswertesten Reisen im Rahmen eines normalen Urlaubs 3 Preise vorbereitet, alle anderen erhalten einen Trostpreis und bleiben hoffentlich dem olympischen Gedanken auch in den folgenden Saisons treu.
Nun aber zu den Reisen selbst wie immer in alphabetischer Reihenfolge:
Dr. Blaich mit Crew segelten mit der „Peer Gynt“ einer Judel-Vrolik 42 (da ich mit dem Typ nicht wirklich viel anfangen konnte, habe ich ihn zuerst auch falsch geschrieben, was zu folgendem Kommentar „fröhlich jodeln kann sie ja vielleicht auch!!“ und herzhaftem Gelächter führte.)
nonstop (mit reiner Männercrew) von Norddeich nach Kristiansand und von dort mit Ehefrau weiter über Tyborön und Fanö nach Amrum und über Wyk auf Föhr und Helgoland nach Norderney,
704 SM 9 Häfen 24 Reisetage

Heinrich und Ulrich Boltendahl bewegten ihre 7KR Ketch „Fenua-Ura“
mit wechselnden Crews (überwiegend Oldies) – ich glaube bei Deinem Alter, immerhin bist Du 78, lieber Heinrich darf man das wohl sagen, – über die holländische Kanäle nach Borkum weiter (begleitet von heftigen Gewittern mit Sturmböen um 9 Beaufort) in den NOK nach Warnemünde (wie gut, dass man dort Keilriemen kaufen kann!), Hiddensee, Saßnitz zurück nach Burgtiefe, über einen Abstecher nach Kappeln in den Gieselaukanal (NOK), über eine unbeleuchtete rote Tonne kurz vor Mitternacht im Nebel nach Norderney und über Oostmarhoorn auf den friesischen Kanälen nach Makkum,
928 SM 22 Häfen 32 Reisetage

Hans und Nils Brinkmann abwechselnd mit Crew besegelten mit ihrer „Aake“ einer Nordberg 26 mit Unterbrechungen [bewertet wurde die längste zusammenhängende Reise (vom 27.07 – 15.08.04)]
das Ijsselmeer und die friesischen Seen
209 SM 9 Häfen 20 Reisetage

Helmut Gotuk hat auf seiner Reise mit der „Rasmus“, einer Warrior 38 jede Woche mit einer anderen Crew gesegelt
und ist über das Ijsselmeer, Vlieland, Norderney und den NOK nach Kiel und weiter über Heiligenhafen, Grömitz, Wismar, dänische Südsee, Damp und Kiel wieder in den NOK dann über die ostriesischen Inseln und Lauwersoog nach Makkum gereist
802 SM 16 Häfen 34 Reisetage

Frank Grone und Uta Becker verbrachten ihren Urlaub mit der „Spirit of Diana“, einer X-312
in den niederländischen Gewässern, befahren wurden das Ijsselmeer, die Kanäle nach Leeuwarden und Harlingen, die niederländischen Küstengewässer in die Schelde und über Ijmuiden, Ijsselmeer nach Terschelling und dann zurück in den Heimathafen Hindeloopen
550 SM 17 Häfen 30 Reisetage

Familie Hackert unternahm mit ihren Kindern gemeinsam mit den Familien Koslowski und Mai einen Gemeinschafturlaub (insgesamt mit 5 Kindern),
die „ Padua“, Fellowship 33, die „Windscape“, Slocum 44, und die „Lanita“ Rival 38,
fuhren von Cuxhaven über den NOK in verschiedene Häfen der dänischen Südsee zurück nach Kiel und über den NOK in einer Starkwindfahrt nach Lauwersoog und die Kanäle zurück nach Makkum.
Bemerkenswert ist der schriftliche Bericht von den Kindern Marie-Christine und Leonie Hackert, überschrieben mit „Dies ist der Bericht über den BESTEN Urlaub überhaupt!“, – wie ich finde eine tolle Aussage bei dem was sie Alles zusammen erlebt haben:

Schweinswale gesichtet, Dirk beim Angeln übertroffen, den weißen Hai (Tom) beim Schwimmen beobachtet, Getriebe Ein- und Ausbau ertragen, Schlüssel im Sand verloren und Sturm auf der Nordsee heile überstanden waren die Highlights. Es wird aber auch lobend erwähnt, dass man Unterricht im Trimmen von Segeln erhielt und wie man in Sichtweite bleibt, also bester Steuermannsunterricht.
Jeweils 550 SM 16 Häfen 21 Reisetage

Familie Muckerheide fuhren mit ihrer „Uralima III“ einer E+A 40
von Emden über Helgoland in den NOK, die Kieler Förde, Grömitz, über Kappeln nach Marstal wieder in den NOK und von Cuxhafen einhand bei SW 6 (alle Achtung) zurück nach Emden,
717 SM 16 Häfen 40 Reisetage

Ehepaar Schulze war wie schon öfter mit ihrer Waarship 725 der „Windrose“ in Juni und Juli in der westlichen Ostsee unterwegs bei lausig kaltem Wetter mit Regen, Gewitter und viel Wind oder Flaute aber Sonnenschein unterwegs, und dies war somit laut eigner Aussage „der mieseste Törn seit 40 Jahren“, offensichtlich die diesjährigen Pechvögel.

Familie Seppmann haben mit der „Blue Magic“, einer Retana 25, die friesische Seen befahren (ein geruhsamer Urlaub aber auch mal mit etwas mehr Wind),
126 SM 8 Häfen 15 Reisetage

Norbert Speitel punktet dieses Jahr gleich zweimal, weil er zwei Törns eingereicht hat. Die „Amiga“ eine Bavaria 38 beförderte bei der ersten Reise eine 5 – köpfige Crew bei durchweg trockenem und überwiegend sonnigem Wetter (nur ein Tag Regen) über das Ijsselmeer, die Küstengewässer in die Schelde und binnen über Gouda zurück nach Lemmer,

403 SM 15 Häfen 16 Reisetage

Auf der zweiten Reise mit 4 Personen und mehr Wind und Regen (50%) wurden verschiedene Häfen am Ijsselmeer, Terschelling und Vlieland besucht und die Heimfahrt nach Lemmer angetreten.
145 SM 5 Häfen 11 Reisetage

Ehepaar Wiesing hat für sich und Ihre Compromis 999, die „Equinoxe“, in diesem Jahr die Normandie als Urlaubsrevier erkoren,- kann ich sehr gut verstehen es ist wunderschön dort. Sie segelten von Dintelmond entlang der belgischen und französichen Küste (Fecamp, Honfleur) die Seine hinauf bis Rouen und retour über Le Havre, Boulogne nach Blankenberge und Dintelmond.
Liebe Wiesings, euren geschriebenen Bericht zu lesen, war eine Freude, zeigt er doch seht deutlich was Wassersport bedeuten kann und wie Bordleben Life im Urlaub so aussieht, vor allem die französische selbstgemachte Küche klingt hervorragend.
750 SM 11 Häfen 21 Reisetage

Preisträger des Fahrtenpreises 2004:

Platz 3:
Ehepaar Weise hat mit ihrer „Fietje IV“ einer Westerly 31, im Juni (ein nasser, Wind und Gewitter reicher Monat, allein 8 sturmbedingte Hafentage) verschiedene Häfen am Ijsselmeer besucht, ist über Lauwersoog, Borkum , Helgoland und Cuxhaven in den NOK und weiter nach Warnemünde und Rügen gesegelt und hat nach einem Abstecher über Bagenkop den Urlaub in Rendsburg beendet.
697 SM 15 Häfen 25 Reisetage

Platz 2:
Ehepaar Bechem segelte mit ihrer Contest 44 „La Mer“,
von Texel über Scheveningen, Ostende, Niewport nach Dover und weiter nach Cowes und kreuz und quer durch den Solent und über Brighton, Dover und Belgien zurück nach Makkum,
711 SM 12 Häfen 26 Reisetage

Platz 1:
Jens Meyer mit wechselnder 1 Mann/ bzw. 1Frau Crew segelte seine „Chiloee“ einer Marieholm 33 Fortissima,
von Großenbrode über Dragör, Göteborg nach Oslo und über Varberg und Kopenhagen zurück nach Fehmarn
960 SM 26 Häfen 34 Reisetage

Nun aber zu den „Full time Seglern“.

Wie jedes Jahr zählen die halbjährlichen Karibik Segler dazu, nämlich die Familie Leimkühler die mit ihrer HR 38 der „Clarissa“ zwischen Grenada und Martinique gesegelt sind.

Des weiteren zählt auch der Törn der „Bolero“ einer Optima 850 mit Skipper Heiner Meinecke dazu – (jeweils wechslende 2 Personen Crews) – die sich in diesem Jahr für die deutschen, genauer gesagt die ostdeutschen Binnengewässer entschieden haben. Sie sind über die westdeutschen Kanäle in die Elbe auf die Elde-Müritz-Wasserstraße und über die Mecklenburger Seenplatte nach Berlin gefahren. Die Oder bis Stettin und die Ostsee bis Schleswig wurden befahren und der Rückweg führte über den NOK, Otterndorf, Bremerhaven in die Weser und Hunte; der Küstenkanal und der Dortmund-Ems-Kanal führten schließlich zurück auf den Baldeneysee. Bedauerlicherweise wurden von den 1274 SM nur 236 gesegelt dafür musste man 83 Schleusen und ein Schiffshebewerk überwinden.
1274 SM 24 Häfen 57 Reisetage

Ehepaar Hans Meyer hat sich mit seiner Crew den 60 % Seglern angeschlossen und die Ostsee besegelt. Sein Schiff die „Luett Deern“, eine Norman 40 durfte ihre Qualitäten beweisen auf der Fahrt von Kiel über Kalmar, Stockholm zu den Aaland Inseln und weiter nach Turku über die Stockholmer Schären, Westerwyk und Kalmarsund zurück nach Kiel.
1837 SM 35 Häfen und 16 Ankerplätze 74 Reisetage

Jochen Dietel und Tochter Julia mit Freundin und kleinem Sohn hat mit seiner Koopmanns 33 der „Kormoran“ die Strecke von Fehmarn nach Göteborg und zurück besegelt.
580 SM in 8 Wochen

Der Kompaßpreis:
Das Ehepaar Gertges hat sich ein sehr anspruchsvolles Revier für ihre Reise ausgesucht, sie segelten mit ihrer Jeanneau 31 der „Hallo“ ausgehend vom Pfingsttreffen, für das sie eigens aus Zeeland angereist waren, entlang der niederländischen Küste über Belgien nach England, besuchten alle Kanalinseln und segelten weiter die Küste der Bretagne ab bis Lezardrieux. Von ihrem westlichsten Punkt segelten sie an der französischen Küste zurück nach Zeeland.
1250 SM 33 Häfen 68 Reisetage

Preis für die interessanteste Reise mit einem kleinerem Schiff :
Geht in diesem Jahr an Heiner Meinecke mit seiner Optima 850 „Bolero“

Familienpreis:
Auch diese Entscheidung ist sehr leicht gefallen, es sind nur drei Reisen mir Kindern eingereicht worden und dies war eine Gemeinschaftsreise der Familien Hackert mit den Töchtern Marie-Christine und Leonie, der Familie Koslowski mit ihren Söhnen Marvin und Fabio und die Familie Mai mit ihrer Tochter Lisa und ihrer Nichte Anna, also eine Reise mit 6 Kindern von denen lediglich eins schon über 14 Jahre alt ist, nämlich Marvin.

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